Die Schweiz auf Energiewende-Kurs

Schaffhausens Stromkunden zu Gast bei der EWG

Fast 300 km sind es vom schweizerischen Schaffhausen nach Grünwald — doch wenn die Geothermie ruft, was sind dann schon Entfernungen …?


Und so hatte die EKS Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen AG ihre Endkunden zu einer siebentägigen Reise nach Bayern eingeladen — und neben Schlössern, Seen und Kultur stand auch die Erdwärme Grünwald in Laufzorn auf dem Besuchsprogramm. Im Abstand einer Woche kamen gleich zwei Gruppen und hatten viele Fragen im Gepäck.


Seine besondere Aktualität bekam der Besuch durch die Entscheidung der Eidgenossen für die Energiewende beim Volksentscheid am 21. Mai 2017. Mit einer Mehrheit von 58,2 Prozent hatten sich die Schweizer für den Atomausstieg, eine stärkere Förderung erneuerbarer Energien und ein neues Energiegesetz ausgesprochen. So ist der Bau neuer Atomkraftwerke in Zukunft untersagt, und die fünf bestehenden Kraftwerke sollen am

 

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Netz bleiben, solange sie von der Aufsichtsbehörde als sicher eingestuft werden. Die Schweiz bezieht heute 60% ihrer Energie aus Wasserkraft, 40% aus Atomkraft. Das neue Schweizer Energiegesetz gilt ab 2018.



Die vom ehemaligen Leiter des EKS-Kundendienstes, Franz Ebnöther, und der EKS-Kommunikationschefin Juliane Huber begleitete Gruppe wollte insbesondere wissen, wie die Gemeinde Grünwald das Thema Geothermie angegangen und auf den Weg gebracht hatte. Gelobt wurden Bürgermeister Neusiedl und der Gemeinderat, die das Thema im Sinne der Gemeinde und der Bürgerschaft von Anfang an gefördert und voran gebracht hatten.


Auch Fragen zum EEG-Gesetz, zu Geologie, Tiefenpumpe und Betriebsführung sowie zum Ausbau des Fernwärmenetzes prägten das Gespräch im Infopavillon und bei der Führung von der Bohrung übers Heizwerk bis zum ORC-Stromkraftwerk. „Der grenzüberschreitende Dialog bringt immer wieder neue Aspekte zu Tage“, sagte EWG-Geschäftsführer Andreas Lederle, „vergangenes Jahr war ja bereits eine Delegation des Kanton Thurgau da. Wir freuen uns, dass wir mit unseren Schweizer Nachbarn im Gespräch sind. Die Energiewende geht uns ja alle an.“


Das Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen …

… wurde 1908 gegründet, im Jahre 2000 erfolgte die Umwandlung in eine AG. Eigentümer sind zu 75% das Kanton Schaffhausen, zu 25% die Axpo Holding AG. Die EKS hat 108 Mitarbeitende und betreibt Stromnetze in der Schweiz und in Deutschland.


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Die EKS Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen AG hatte ihre Endkunden zu einer Exkursion nach Bayern eingeladen. Als einziges bayerisches Geothermieprojekt stand dabei die Erdwärme Grünwald auf dem Besuchsprogramm.


Die Erdwärme Grünwald (EWG) …

… ist innerhalb von neun Jahren zu einem veritablen Energieversorger gewachsen. Priorität hat die Versorgungsicherheit in der Fernwärmeversorgung: Dies umfasst die komplexe Wärmeproduktion mittels Tiefengeothermie, ein inklusive Hauanschlussstationen über 90 km großes Fernwärme-Transportsystem mit hydraulisch hohen Anforderungen, zudem Betrieb, Unterhalt und Wartung der EWG-eigenen Kundenstationen sowie die Wärmelieferung und Abrechnung an mittlerweile über 1.000 Vertragskunden.

Des Weiteren gehören zum Leistungsportfolio der EWG am Standort Laufzorn die Produktion grünen EEG-Stroms im ORC-Stromkraftwerk, die Eigenstromerzeugung mittels erdgas-versorgtem Blockheizkraftwerk (BHKW) sowie Betrieb, Unterhalt und Wartung des Wärmeverbunds nach Unterhaching wie auch mehrerer Reserveölkessel. Überdies nimmt die EWG mittels Power-to-Heat (P2H) am Regelenergiemarkt teil und managt die Organisation aller betriebsnotwendigen Einheiten in Laufzorn, in der Tölzer Straße in Grünwald sowie bei der Bavaria Film.

Über die zahlreichen Kanäle ihrer Unternehmenskommunikation führt die EWG kontinuierlich den Dialog mit Grünwalder Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen, Verbänden und Organisationen sowie mit in- und ausländischen Delegationen aus Schulen und Hochschulen sowie der Energiewirtschaft.

Letzte Änderung: 03.07.2017 09:57 Uhr