Kämmerer aus dem Landkreis München zu Besuch bei der Erdwärme Grünwald

Mindestens einmal jährlich treffen sich die Kämmerer bzw. Leiter der Steuerverwaltung von Landkreis-Gemeinden ähnlicher Größe, um aktuelle Themen der kommunalen Finanzverwaltung zu besprechen. Diesmal trafen sie sich auf Einladung von Grünwalds Kämmerer Raimund Bader bei der Erdwärme Grünwald in Laufzorn: So kamen Oliver Malina aus Ottobrunn, Jan Modrzinski aus Taufkirchen, Andreas Kleebauer aus Unterföhring und Udo Grafe aus Unterhaching.


Grünwalds 1. Bürgermeister Jan Neusiedl begrüßte die Gäste und stellte die Entstehungsgeschichte und das Konzept der Grünwalder Tiefengeothermie vor: „Fernwärme ist eher klassisch in dicht besiedelten Gebieten, normalerweise nicht in einer Flächengemeinde mit teilweise so großen Grundstücken wie Grünwald. Doch dann zeigten Grünwalds Bürgerinnen und Bürger in einer Umfrage große Bereitschaft für geothermische Fernwärme, eine PricewaterhouseCoopers-Studie ermittelte das Wärmepotenzial, und Bavaria Film als Großabnehmer signalisierte Bedarf. Das gab den Ausschlag, dass wir uns im Gemeinderat der Geothermie zugewandt haben. Wir haben dann das ja bereits laufende Geothermie-Projekt eines Oberhachinger Unternehmers in Laufzorn mit allen wesentlichen Verträgen und Genehmigungen übernommen und die Erdwärme Grünwald als 100%ige Tochter der Gemeinde Grünwald gegründet. Es folgte die Bohrung, und zwei Monate, nachdem die Fündigkeit feststand, haben wir mit dem Bau des Fernwärmenetzes begonnen. Ende 2017 wird das Netz über 62 km lang sein, hinzu- kommen die Hausanschlussleitungen und die Verbundleitung nach Unterhaching.“


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Kämmerer beim Besuch der Erdwärme Grünwald in Laufzorn: v.r. Grünwalds 1. Bürgermeister Jan Neusiedl, EWG-Geschäftsführer Andreas Lederle sowie die Kämmerer Jan Modrzinski / Taufkirchen, Raimund Bader / Grünwald, Andreas Kleebauer / Unterföhring, Udo Grafe / Unterhaching und Oliver Malina / Ottobrunn.



„Die Grünwalder Geothermie ist ein Infrastrukturprojekt“, betonte Jan Neusiedl, „das muss man mittel- und langfristig betrachten. Wir haben hier die Steuereinnahmen der Gemeinde investiert, um den Bürgerinnen und Bürgern und den Grünwalder Unternehmen zu ermöglichen, nachhaltig von der Energiewende zu profitieren. Diese Grundüberzeugung ist fraktionsübergreifend im Gemeinderat verankert.“


Erdwärme Grünwald-Geschäftsführer Andreas Lederle stellte dann den Kämmerern bei einer Führung die energietechnischen Anlagen vor: die Bohrung, das Geothermie-Heizwerk, das Blockheizkraftwerk zur Eigenstromerzeugung, die Steuerzentrale sowie das ORC-Stromkraftwerk. „Wir betreiben die Anlage mit Augenmaß und wie ein rohes Ei“, sagte Andreas Lederle, „diese sorgsame Betriebsführung trägt in hohem Maße dazu bei, dass die Anlage stabil läuft, die betriebswirksamen Teile lange halten und Kalk-Ausfällungen die Ausnahme sind.“

Letzte Änderung: 03.05.2017 10:42 Uhr