Die Erfolgsgeschichte geht weiter

Das Geothermie-Projekt der Erdwärme Grünwald GmbH (EWG) ist eines der Vorzeigeprojekte im Landkreis München und darüber hinaus. Delegationen aus Irland und Indonesien waren bereits da, eine finnische Delegation hat sich für Anfang 2013 angekündigt. Die Besucher wollen wissen: Wie habt Ihr das gemacht? Wie seid Ihr vorgegangen? Ein aktueller Blick darauf, was die EWG 2012 erreicht hat.



Mit der Wärmelieferung begonnen hat die EWG Anfang Oktober 2011. Von Beginn an hat die Wärmelieferung zuverlässig funktioniert. Grundlage dafür ist zum einen das hervorragende Bohrergebnis: Mit einer Temperatur von 125-130° Celsius und einer Schüttung von 130-140 Litern pro Sekunde ist die Bohrung in Laufzorn eine der besten Geothermie-Bohrungen in Bayern. Die EWG arbeitet zurzeit mit einer Interimspumpe, die eine Wärmeleistung von rund 10 bis 12 MW erbringt.

Zweite Grundlage für die zuverlässige Wärmelieferung ist das Fernwärmenetz. Begonnen im August 2010, wurde die Haupttrasse als Ringschluss durchs Gemeindegebiet pünktlich zur Heizperiode 2012 / 2013 fertig erstellt. Im Herbst 2011 startete außerdem die Netznachverdichtung. in Stichstraßen zur Haupttrasse. Haupttrasse und Nachverdichtung zusammen ergeben in zwei Jahren ein Fernwärmenetz von rund 25 Kilometern Länge. Die Gemeindegebiete, in denen 2013 und 2014 nachverdichtet wird, stehen bereits fest. Insgesamt sind bereits über 360 Verträge und Vorverträge abgeschlossen. Diese Zahl steigt kontinuierlich an.


Zu den über 250 Hausanschlüssen gehören viele Anschlüsse in Privathaushalten, die Anschlüsse kommunaler Gebäude wie z.B. Kindergärten, Grundschule, Rathaus, Musikschule, Freizeitpark, Bürgerhaus und Seniorenheim, sowie viele Grünwalder Unternehmen, die sich an die Fernwärme haben anschließen lassen: zum Beispiel die KGAL, das Café und Boardinghaus Hölzl, der Alte Wirt und die Schlosspassage.

Größter EWG-Kunde ist die Bavaria Film — und das bereits seit 1. Januar 2011. Seit Juni 2012 wird die Bavaria Film mit geothermisch erzeugter Fernwärme beliefert. Bavaria Film ist damit das erste Studiogelände in Deutschland, das seine Wärme regenerativ aus Erdwärme bezieht. Umweltbewusste Weltklasse-Schauspieler wie George Clooney, Leonardo DiCaprio, Angelina Jolie oder Brad Pitt machen ihre Entscheidung für einen Drehort oft genau davon abhängig. Ein besonderer Standortfaktor, den die EWG möglich macht. Ende 2012 wird das Heizwerk auf dem Bavaria Film Gelände fertig erstellt. Dann steht eine weitere effiziente Redundanz für das EWG-Fernwärmenetz zur Verfügung.

Ebenfalls in diesen Tagen wird das Geothermie-Heizwerk in Laufzorn seinen Betrieb aufnehmen. Es ersetzt dann die bisherige Übergangslösung einer mobilen Heizzentrale. Damit steht der EWG auch ein attraktiver Besuchsort zur Verfügung.


Die Erdwärme Grünwald hat 2012 noch etwas erfolgreich realisiert: den Wärmeverbund mit der Nachbargemeinde Unterhaching. Wenn Wartungsarbeiten an der Förderbohrung oder am Fernwärmenetz anstehen, mussten die beiden Geothermie-Gemeinden Grünwald und Unterhaching ihre Wärmeerzeugung bisher kurzzeitig auf Öl umstellen. Das ist nicht regenerativ und teuer dazu. Das ändert sich jetzt, denn ab Dezember 2012 sind die beiden Geothermie-Bohrstellen in Laufzorn und Unterhaching per Leitung miteinander verbunden. Im „Wärmeverbund Grünwald und Unterhaching“ liefern sich dann die EWG und die Geothermie Unterhaching GmbH & Co KG im Bedarfsfalle CO2-freie Wärme aus Geothermie. Die Bauarbeiten für die 5.328 m lange Verbindungsleitung durch den Grünwalder und Perlacher Forst starteten im Frühjahr 2012 und werden in diesen Tagen fertig. Die Versorgung der Gemeinde Unterhaching wird aus heutiger Sicht im ersten Quartal 2013 begonnen.


EWG-Geschäftsführer Stefan Rothörl: „Unterhaching plant, Strom aus unserer Wärme zu machen. So erreichen wir eine weitere Auslastung unserer Quelle Laufzorn, solange unser Fernwärmenetz in Grünwald noch im Aufbau ist. Der Wärmeverbund der beiden Geothermieprojekte Unterhaching und Grünwald ist ein in Deutschland bislang einmaliger Meilenstein. Beide Projekte werden damit noch umweltschonender und nachhaltiger.“

Das geplante EWG-Stromkraftwerk in Laufzorn befindet sich noch in der Ausschreibungsphase. Geplant ist, dass der Bau im Frühjahr 2013 startet. Die Bauzeit wird ca. 18 bis 20 Monate betragen. Ende 2014 / Anfang 2015 wird das Stromkraftwerk in Laufzorn dann fertig erstellt sein.

Letzte Änderung: 25.07.2013 13:47 Uhr