Fachhochschule Rosenheim zu Besuch bei der Erdwärme Grünwald

Für Prof. Dr.-Ing. Frank Buttinger von der Fachhochschule Rosenheim war es ein Wiedersehen der besonderen Art: Als die Erdwärme Grünwald 2009 in Laufzorn nach heißem Wasser bohrte, wohnte der junge Wissenschaftler im Hachinger Tal und fuhr manches Mal mit dem Rad an der Baustelle vorbei. Jetzt kam er mit einer Gruppe „seiner“ Studenten und Studentinnen des Studiengangs Energie- und Gebäudemanagements im Rahmen einer Exkursionswoche nach Laufzorn, um die energietechnischen Anlagen der EWG zu besichtigen. Begleitet wurde er dabei von Prof. Uli Spindler und der für die Studienorganisation verantwortlichen Patricia Noé.


Die Viertsemester zeigten bereits in der Frage-Antwort-Runde im Infopavillon mit EWG-Geschäftsführer Andreas Lederle, dass sie sehr gut vorbereitet waren. Ihre Fragen gingen u.a. zur Fündigkeit der Bohrung, den Leistungsparametern von Geothermie-Heizwerk, ORC-Stromkraftwerk, Blockheizkraftwerk und Power2Heat-Anlage, zum Betrieb der Anlagen, der Nachhaltigkeit des Erdwärme-Reservoirs sowie der Preisgestaltung. Der Dialog setzte sich während der Führung durch Geothermie-Heizwerk und ORC-Stromkraftwerk fort.


„Das Energie- und Gebäudemanagement ist ein wesentlicher Teil der Energiewende“, sagte Prof. Dr. Frank Buttinger, „der Besuch bei der Erdwärme Grünwald hat den Studierenden gezeigt, welche Relevanz ihr Studium hat und in welchem hochinteressanten Umfeld ihr Wissen in Zukunft gebraucht wird.“



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Studierende der Fachhochschule Rosenheim, Fachstudium Energie- und Gebäudemanagement, 4. Semester, beim Besuch der Erdwärme Grünwald in Laufzorn. V.l. EWG-Geschäftsführer Andreas Lederle, Prof. Dr.-Ing. Frank Buttinger, Patricia Noé und Prof. Uli Spindler.



„Der Dialog mit Studierenden ist immer besonders fruchtbar“, sagte Gastgeber Andreas Lederle, „es ist spannend zu sehen, welcher Nachwuchs da heranwächst und welche Fragen sie bewegen. Der Zug der Energiewende ist unterwegs, und die Erdwärme Grünwald schiebt dabei intensiv mit an.“


FH Rosenheim: Sonnige Zeiten für Nachwuchs-Ingenieure

Gegenwärtig entfallen auf den Energiebedarf von Gebäuden 40 Prozent des weltweiten Energieumsatzes. Allein in Deutschland werden für Beheizung und Klimatisierung sowie zur Energieanwendung in Gebäuden fast 50 Prozent des Energieverbrauchs verwendet. Hinzu kommt, dass der Großteil dieses Bedarfs über fossile Energieträger gedeckt wird. Diese Situation führt zu steigenden Risiken aufgrund von Umweltveränderungen, Verknappung und daraus resultierenden Verteilungskämpfen.


Die umweltverträgliche und wirtschaftliche Energieversorgung speziell von Gebäuden ist somit ein Top-Thema für Ingenieure und Experten in diesem Bereich sind sehr gefragt. Denn durch moderne Technologien lässt sich der Energiebedarf von Gebäuden erheblich reduzieren. Ihre Entwicklung, Verbesserung und Verbreitung sind Mittelpunkt des Studiengangs Energie- und Gebäudetechnologie.


Der Studiengang Energie- und Gebäudetechnologie verbindet erstmals den Bereich Energietechnik mit dem Ausbildungsschwerpunkt Bau und Betrieb energieeffizienter Gebäude. Die Studierenden werden mit den notwendigen Werkzeugen und Instrumenten vertraut gemacht, die für eine gewerkeübergreifende Planung und Beratung erforderlich sind. Dazu vereinigt der Studiengang eine breit angelegte, allgemeine ingenieurwissenschaftliche Grundausbildung mit den Schwerpunkten der Energiebereitstellung und dem Energietransport bis zur Energieanwendung im Gebäude. Im Vordergrund stehen dabei v.a. Kenntnisse in den Bereichen regenerative Energietechnik, technische Gebäudeausrüstung, Gebäudeautomation, Bauphysik und Hochbaukonstruktion, Baumanagement und Baubetriebswirtschaft.

Letzte Änderung: 04.04.2017 11:25 Uhr