Grüner Strom aus Geothermie

Erdwärme Grünwald übernimmt Betrieb des Geothermie-Stromkraftwerks in Laufzorn

Seit Donnerstag-Abend, 18. Dezember 2014, betreibt die Erdwärme Grünwald GmbH das ORC-Stromkraftwerk in Laufzorn. Damit ging die Betreiber-Verantwortung vom beauftragten Konsortium aus Atlas Copco Energas GmbH und GMK Gesellschaft für Motoren und Kraftanlagen GmbH auf die Erdwärme Grünwald über. Zuvor war die Abnahme des Gesamtprojekts erfolgt.


 Grüner Strom aus der Geothermiequelle Laufzorn wird bereits seit Ende September 2014 ins öffentliche Stromnetz eingespeist. In der sich anschließenden Inbetriebsetzungsphase wurde das ORC-Stromkraftwerk Laufzorn umfangreichen Tests unterzogen. Zudem wurden die Geräuschemissionen durch zielgenaue Maßnahmen zur Schallisolierung soweit reduziert, dass sie dauerhaft sicher unterhalb der genehmigten Obergrenzen liegen. Dies wurde kontinuierlich begleitet durch Messungen des Fachbüros Müller BBM. Erst mit Vorliegen der verbindlichen Messwerte bei den Geräuschemissionen nahm die EWG das Stromkraftwerk ab.


„Bereits in der Inbetriebsetzungsphase seit Ende September 2014 hat das ORC-Stromkraftwerk Laufzorn reibungslos grünen Strom produziert“, erläutert EWG-Geschäftsführer Andreas Lederle, „wir haben die richtige Entscheidung für die richtige Technik getroffen. Das ORC-Kraftwerk wird besonders effizient Strom produzieren — die wesentliche Voraussetzung dafür, um dauerhaft Stromerlöse zu erwirtschaften. Damit lasten wir nachhaltig unsere Geothermiequelle aus — insbesondere in den wärmeren Jahreszeiten, wenn weniger Heizenergie gebraucht wird. Vorrang vor allem anderen hat natürlich auch weiterhin die sichere und wirtschaftliche Wärmeversorgung unserer Grünwalder Bürger.“

 

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Zielgerade für das ORC-Stromkraftwerk der EWG in Laufzorn — seit Mitte November 2014 arbeiteten Männer aus vielen Ländern Europas dafür, dass die finalen Schweißarbeiten, die Maßnahmen zur Wintersicherung und zur Schallisolierung ordnungsgemäß durchgeführt wurden. Diese Arbeiten führten im Auftrag von Atlas Copco Energas GmbH die Firmen Xervon GmbH und Ernst Bohle GmbH durch — die Arbeiter kommen u.a. aus Tschechien, Polen, Ungarn, Serbien und Slovenien. EWG-Geschäftsführer Andreas Lederle, im Bild ganz rechts: „Wir danken allen beteiligten Unternehmen und den Männern, die hier bei Wind und Wetter einen klasse Job gemacht haben, für ihre Präzision und ihren Einsatz. Im wahrsten Sinne des Wortes ein europäisches Projekt in Grünwald.“


Damit produziert die EWG jetzt in Laufzorn nicht nur geothermische Wärme für Grünwalder Haushalte, Unternehmen, Kindergärten, Schulen, Seniorenheime und den Freizeitpark, sondern zudem auch grünen Strom.

Die Technologie des Stromkraftwerks Laufzorn
Das Stromkraftwerk Laufzorn basiert auf der ORC-Technologie. ORC steht für Organic Rankine Cycle — bei diesem Verfahren werden Dampfturbinen mit einem anderen Arbeitsmittel als Wasserdampf betrieben. In Laufzorn wird Isobutan verwendet werden, ein umweltfreundliches, nicht toxisches Gas, das als Grundstoff in der Industrie bewährt ist.

Die Radialturbine ist für eine maximale Leistung von 4,3 MW ausgelegt, der Generator besitzt eine Nennleistung von 4,75 MVA. Die verstellbare Düseneinstellung der Turbinen garantiert einen hohen Wirkungsgrad auch bei unterschiedlichen Umgebungstemperaturen und Thermalwasser-Massenströmen. Gekühlt wird das ORC-Stromkraftwerk mit Luftkondensatoren, die kurz „Lukos“ genannt werden.


Wohin geht der grüne Strom?

Der in Laufzorn produzierte grüne Strom geht nicht direkt nach Grünwald — er geht in die sogenannte Direktvermarktung, die das Erneuerbare Energien Gesetz 2014 für den Strom aus EEG-Anlagen verbindlich vorschreibt. Die Direktvermarktung im Marktprämienmodell, die bereits seit 2012 möglich ist, hat die feste Einspeisevergütung als vorrangige Form der Vermarktung grünen Stroms abgelöst. Dabei gleicht die Marktprämie die finanziellen Unterschiede zwischen dem an der Börse erzielten Strompreis und der vorherigen EEG-Vergütung des Grünstroms aus. Die Höhe des durchschnittlichen monatlichen Marktpreises an der Strombörse zuzüglich der Marktprämie entspricht dabei sogar einer etwas höheren EEG-Vergütung als vor der Direktvermarktung.

Letzte Änderung: 07.01.2015 08:32 Uhr